Das Barcelona, das Du noch nicht kennst

Barcelona – die Stadt am Mittelmeer mit romantischen Vierteln, leckeren Tapas, Paella, Bergen, Architektur von Gaudí und Bildern von Dalí. Jeder, der in Spanien war, kennt die zweitwichtigste Metropole des Landes. Sie steht auf der Liste der 10 beliebtesten Urlaubsziele in Europa. Kein Wunder! Barcelona hat einiges zu bieten. Das ganze Jahr über ist das Klima angenehm mild und wem es im Sommer doch mal zu heiß ist, springt man am Strand La Barceloneta einfach kurz ins Meer. Zu groß ist die Stadt auch nicht: 1,62 Millionen Einwohner auf einer Fläche, die auf der einen Seite vom Wasser und auf der anderen von den Bergen des Naturparks Serra de Collserola begrenzt wird. Einmal da gewesen, alles gesehen. Oder doch nicht?

Das unbekannte Barcelona

1. Die Dominospieler von La Barceloneta

Auf Meereshöhe, unterhalb des Passeig Maritim de la Barceloneta, zwischen Strandduschen und mit Metalltüren verschlossene Verschläge sitzen die Männerrunden fast täglich an Klapptischen und vertreiben sich die Zeit mit Gesellschaftsspielen. Manchmal ist es ein Kartenspiel, meistens aber sitzen die Rentner da und versuchen bei Domino den passenden schwarzweißen Stein für den zu finden, der bereits auf dem Tisch liegt. Immer wenn die Sonne scheint, treffen sie sich hier mit Hut oder oben ohne, manche mit Bier und Zigarette und vertreiben sich den Vormittag in guter Gesellschaft am Meer. Bis es um 14 Uhr zum Mittagessen nach Hause geht, dauern die frühen Stunden des Tages so lange, wie sie es eben möchten – die Dominospieler von La Barceloneta.

Immer wenn ich nach Barcelona komme, schaue ich bei den Herren vorbei und sauge ihre Gelassenheit und Ruhe in mich auf. In Spanien sind solche Männerrunden nicht ungewöhnlich. Wo kein Strand ist, sitzen sie in Parks an Tischen und spielen die unterschiedlichsten Gesellschaftsspiele. Rentner sein, heißt hierzulande vor allem eine gute Zeit mit seinen Freunden zu verbringen.

Am Ende des hippen Viertels Born befindet sich seit dem 19. Jahrhundert ein großer, überdachter Markt mit eisernen Säulen und milchigen Fensterscheiben. Nach über 100 Jahren frischem Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch wurde das Gebäude erst für Messen und kulturelle Events umgebaut, 2002 sollte es dann Bücher der Stadtbibliothek beherbergen. Bei diesen letzten Renovierungsarbeiten wurden auf 8000 m² archäologische Reste aus dem Barcelona des 14. bis zum 17. Jahrhundert entdeckt. Dank der guten Konservierung kann man das alltägliche Leben dieser Zeit heute detailliert nachempfinden – einzigartig in Europa. Um mehr über den Alltag der katalanischen Stadt vor 400 Jahren zu erfahren, sollte man sich unbedingt einen Audioguide in deutscher Sprache ausleihen.

3. Stadtviertel Horta-Guinardó

Schmale Straßen flankiert von niedrigen Häusern, kleine Plätze mit Statuen, eingerahmt von Geschäften – Horta war lange ein eigenständiger Ort bis er 1904 zum drittgrößten Stadtviertel von Barcelona wurde. Mit eigener Kirche, Friedhof, dem Stadion Feliu i Codina und dem Kulturzentrum Ateneu Hortenc, in der die Älteren der Umgebung bei Bier oder Kaffee Karten spielen, hat es sich den Charakter eines Dorfes erhalten. In der Straße Calle Aiguafreda kann man zurückblicken auf den Beginn des 20. Jahrhunderts als hier Wasservorkommen entdeckt wurden und die Frauen des Ortes Wäschereien eröffneten und so für das Einkommen Hortas sorgten. An der Grenze zum Naturpark Serra de Collserola befindet sich der älteste Park Barcelonas, der Parc del Laberint d´Horta mit kleinen Wasserfällen, angelegten Terrassen und einem kleinen, schmucken Labyrinth zum Verlaufen.

Mitten im Multikulti-Viertel El Raval, zwischen italienischen Restaurants, pakistanischen Kiosken und marokkanischen Skatern, findet man das zeitgenössische Kulturzentrum CCCB. Es hätte kaum einen besseren Ort finden können, um über die aktuellen Themen der Gesellschaft nachzudenken. Foto -und audiovisuelle Ausstellungen, Kurse und Workshops laden dazu ein sich mit dem heutigen Barcelona und Europa auseinanderzusetzen. Hinter dem CCCB an der Wand des Platzes Placa de Joan Coromines befindet sich eines der bekannten Gemälde von Keith Haring.

Öffnungszeiten: Dienstags bis Sonntags von 11 bis 20 Uhr

Adresse: Montalegre 5 

5. Blumenladen Flors Navarro

Es ist drei Uhr morgens und du brauchst dringend Basilikum für dein nächtliches Mahl? Vielleicht kommt dir auch auf dem Nachhauseweg aus der Bar die Idee einen Blumenstrauß für einen lieben Menschen zu kaufen. Im Blumengeschäft Flors Navarro am Eingang zum Markt Mercat de la Concepció bekommst du all das und zwar dann, wenn dir die Einfälle kommen, denn der Laden hat 24 Stunden am Tag geöffnet. Es darf auch ein Kaktus oder eine Fleischfressende Pflanze sein, falls der zum Anlass besser passen sollte.

Adresse: Mercat de la Concepció, Carrer de València 332

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