Die 5 schönsten Dörfer rund um Madrid

Ein trockener, geradezu wüstenartiger Süden, das Iberische Scheidegebirge mit über 2500 Meter hohen Gipfeln im Norden, Pinienwälder und Stauseen prägen das Umland der spanischen Hauptstadt Madrids. Statt eines riesigen städtischen Einzugsgebiets findet man hier schmucke, kleine Dörfer mit einer lang zurückreichenden Geschichte und regionaler Küche.

Die schönsten Dörfer in Madrid

1. Manzanares el Real

Manzanares el Real liegt mitten im Nationalpark der Sierra de Guadarrama, nur knappe 50 Kilometer von Madrid entfernt. Die Kleinstadt zwischen dem Stausee Santillana und der aufragenden Granitformation La Pedriza ist nicht nur aufgrund ihrer Lage einen Besuch wert. Mit ihrem kleinen Marktplatz, vielen Restaurants und der gut erhaltenen Burg aus dem 15. Jahrhundert lädt sie nach einem Ausflug in den Park zur Erholung ein. Hier befindet sich außerdem der einzige Zugang zu der Steinformation La Pedriza, die bei Kletterern und Outdoorbegeisterten im ganzen Land bekannt ist.

Tipp: Casa Julián und El Parra sind Restaurants die sich lohnen, wenn man auf der Suche nach der typischen Küche der Sierra de Guadarrama ist.

2. Chinchón

Südöstlich von Madrid liegt der pittoreske Ort Chinchón, dessen Altstadt seit den 1970er Jahren als Kulturgut Spaniens eingestuft wird. Besonders sehenswert ist der Hauptplatz, der Plaza Mayor, der Kleinstadt, der aufgrund seiner typisch kastilischen Balkone zu den schönsten in ganz Spanien gezählt wird. Einen schönen Blick auf den Platz hat man von der kleinen Kirche Nuestra Señora de la Asunción aus. Einzigartig ist außerdem der Knoblauch aus Chinchón. Der Ajo fino, „feine Knoblauch“, wird nur hier angebaut und ist über die Iberische Halbinsel hinaus aufgrund seines feinen, intensiven bis scharfen Geschmackes bekannt.

Tipp: Probieren kann man den Knoblauch aus Chinchón im Restaurant La Casa del Pregonero. Es liegt direkt am Plaza Mayor und bietet vor allem traditionelle Gerichte an.

3. San Martín de Valdeiglesias

Eine Burg und ein mittelalterlicher Ortskern in wunderschöner Natur – das ist San Martín de Valdeiglesias westlich von Madrid. Die Gemeinde liegt in den Bergen der Sierra Oeste und ist für seine Weine bekannt. Die Madrilenen kommen im Sommer gern hierher, um sich am nahe gelegenen Stausee San Juan zu entspannen. Er liegt eingekesselt zwischen aufragenden Felsen an denen oft Kletterer zu sehen sind und ist außerdem beliebt bei Wassersportlern und Wanderern.

Tipp: Nutze die Gelegenheit und mach eine Tour bei einer der Bodegas von San Martín de Valdeiglesias. Sie werden meist zusammen mit einer Kostprobe angeboten und du kannst mehr über den Weinanbau in dieser Region sowie die nur hier angebaute Traubensorte Albillo Real erfahren.

4. Patones de Arriba

Patones de Arriba gilt als eines der schönsten Dörfer der Autonomen Gemeinde Madrid. Abgelegen in den Bergen der Sierra Norte, wurde es einst von Bauern gegründet, die ihr Vieh auf dem fruchtbaren Boden der Umgebung laufen ließen. Das Märchendorf ist ein Paradebeispiel für die Arquitectura negra, zu Deutsch: Schwarze Architektur, die nur noch in wenigen Dörfern nahe der spanischen Hauptstadt zu finden sind. Sämtliche Häuser sind aus Schiefer gebaut und sogar die schmalen Wege zwischen ihnen bestehen aus dem dunklen Gestein.

Tipp: Festes Schuhwerk ist für einen Besuch ratsam, das Auto bleibt vor dem Eingang zum Dorf stehen. Außerdem gibt es hier viele schöne Wanderwege, über die man die Region entspannt entdecken kann. Herausragend essen kann man im Restaurant Rey de Patones – eine Reservierung ist zu jeder Jahreszeit sinnvoll.

5. Buitrago de Lozoya

Der mittelalterliche Ort Buitrago del Lozoya liegt direkt am Fluss Lozoya und besitzt eine vollständig erhaltene Stadtmauer, die ähnlich wie die Burg bereits von den Arabern errichtet wurde. Sie kann begangen werden und bietet einen tollen Blick über den Fluss und die dahinter liegenden Berge der Sierra Norte. Übrigens stammt aus Buitrago der langjährige Friseur von Pablo Picasso, der dem Maler im Exil in Frankreich fast 30 Jahre lang die Haare schnitt. Nach seinem Tod vermachte der Barbier Eugenio Arias Herranz seine stattliche Sammlung von Werken Picassos an seinen Geburtsort. Deshalb besitzt das mittelalterliche Dorf heute ein kostenlos zugängliches Museum mit Gemälden und Keramiken des weltbekannten Künstlers.

Tipp: Im Dezember findet hier an zwei Wochenenden eines der größten lebendigen Krippen in Spanien statt. Dabei werden insgesamt 41 Szenen der Weihnachtsgeschichte mit Schauspielern nachgestellt. Es lohnt sich die Eintrittskarten vorab online zu kaufen, da pro Vorstellung nur 2000 Menschen eingelassen werden.

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