Spanische Sonne auf dem Teller: Erfrischendes Gazpacho

Kalte Tomatensuppe, so wird das Gazpacho andaluz bei uns in Deutschland gerne genannt. Ich liebe Tomaten, aber sie püriert als Suppe zu essen, war noch nie mein Ding. Sie dann aber auch noch als kaltes Süppchen zu schlürfen? Ganz ehrlich, wenn schon eine Suppe, dann wenigstens schön heiß. Das dachte ich zumindest, bis mir meine Schwiegermutter das kalte Gazpacho im Hochsommer zum ersten Mal servierte.

Statt Salat gibt es bei meinen Schwiegereltern im Sommer als Vorspeise jeden Tag Gazpacho – eisgekühlt, mit ein wenig klein geschnittener Gurke. Das Rezept ist voll gepackt mit Vitaminen und ist herrlich erfrischend und noch dazu angenehm sättigend. Mittlerweile kann ich mir an warmen Sommertagen nichts besseres mehr vorstellen.

Die kühlende Sommersuppe

Gazpacho andaluz mit Tomaten, Paprika und Gurke

Alles, was man für die Suppe benötigt, ist ein Mixer oder Pürierstab sowie hochwertiges Gemüse. Tomaten werden mit Gurke, Paprika, ein wenig Knoblauch, Olivenöl, Sherryessig und Salz so lange püriert, bis eine sämige rötliche Creme entsteht. Bis zum Verzehr wird sie dann im Kühlschrank aufbewahrt. Schließlich soll das Gazpacho schön erfrischend sein. Vor dem Essen kann man die Tomatensuppe noch mit klein geschnittener Gurke garnieren, fertig.

Ein Überbleibsel der Mauren

Das Sommergericht ist eines der beliebtesten Rezepte der spanischen Küche und so alt, dass man gar nicht mehr so genau sagen kann, wie die Originalsuppe mal ausgesehen hat. Die am meisten verbreitete Theorie ist, dass Gazpacho von den Mauren stammt, die knapp 800 Jahre auf der Iberischen Halbinsel lebten, und gerne eine Art Ajoblanco zubereiteten, der Urvater von Gazpacho und Salmorejo. Zu jener Zeit gab es noch keine Tomaten in Europa, die brachten schließlich erst die Spanier von ihren Entdeckungsfahrten nach Amerika mit hierher und auch sonst enthielt das Rezept kein Gemüse, sondern nur Wasser, Essig, Öl, Knoblauch und Mandeln. Paprika, Gurke und Tomate fand erst nach Kolumbus den Weg in das Gazpacho als die Bauern das reichliche Gemüseernte im Sommer verwerten mussten.

Was ist der Unterschied zwischen Gazpacho und Salmorejo?

Es mag den Anschein machen, als sei Gazpacho das Gleiche wie Salmorejo. Beide sind kalte Suppen, beide werden mit reichlich Tomate zubereitet und enthalten Essig und Öl. Während das Gazpacho allerdings generell in Andalusien beheimatet ist, stammt der Salmorejo ursprünglich aus Cordoba und darf deswegen Salmorejo cordobés genannt werden. Der Unterschied der beiden Suppen liegt im Detail. Während für Gazpacho neben Tomaten auch Paprika und Gurke püriert wird, gehören in den traditionellen Salmorejo ausschließlich Tomaten und Knoblauch. Außerdem ist die Konsistenz vom Salmorejo wesentlich sämiger als die des Gazpachos. Warum? Weil Salmorejo mit reichlich Brot zubereitet wird. Die perfekte Möglichkeit, das Brot vom Vortag aufzubrauchen. Übrigens geben viele Spanier auch in das Gazpacho ein wenig Brot. Allerdings ist die Menge im Vergleich zum Salmorejo wesentlich geringer. 

Welche Tomaten?

Am besten eignen sich für die Creme Busch- oder Stabtomaten. Hier in Spanien werden üblicherweise die Tomate Pera verwendet, also längliche Stabtomaten, oder eben die, die man gerade zuhause hat. Nicht so gut eignen sich Cherry- oder Rispentomaten und die teuersten, die Fleischtomaten, müssen es nun auch nicht sein. In jedem Fall sollte man aber auf eine qualitativ hochwertige und aromatische Tomate zurückgreifen. Sie entscheiden, ob das Gazpacho lecker wird oder nicht.

Gazpacho

Dieses Rezept stammt von meiner Schwiegermutter. Du wirst viele Rezepte ohne Zwiebel und stattdessen mit Brot und Wasser finden. Ich persönlich mag die schärfere Note der Zwiebel sehr gerne. Brot gehört für mich in den Salmorejo und Wasser sowieso nirgendwo rein. Das Geheimnis meiner Schwiegermutter sind hochwertiges Gemüse und langes, langes Pürieren.

Das Video zum Rezept

Rezept

Zutaten

  • 6-7 mittelgroße Tomaten
  • 1 kleine Gurke
  • 1 halbe rote Paprika
  • 1 Viertel grüne Paprika
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
  • Olivenöl
  • Sherryessig

1. Schritt: Gemüse waschen und grob klein schneiden

Wasche zuerst das Gemüse gründlich und schneide es grob klein, damit der Mixer es ein wenig einfacher hat. Schäle außerdem die Gurke und schneide sie ebenfalls in zwei bis drei Stücke.

2. Knoblauch und Zwiebeln häuten und grob schneiden

Bereite dann die Zwiebel und den Knoblauch vor, indem du sie häutest und ebenfalls grob klein schneidest.

3. Gemüse, Knoblauch und Zwiebeln in den Mixer geben

Nun kommt auch schon alles in den Mixer. Du solltest darauf achten, dass der Mixer längere Zeit am Stück laufen kann, ohne zu überhitzen, denn nur so erreichst du eine cremige Konsistenz. Alternativ kannst du das Gemüse auch mit einem Stabmixer pürieren. Dafür ist es ratsam alle Zutaten in ein möglichst hohes und schmales Gefäß zu füllen, um dem Stabmixer die Arbeit zu erleichtern.

4. Essig und Öl hinzufügen

Sobald die Suppe langsam cremig wird, füge 3-4 EL Olivenöl hinzu sowie 3 EL Sherryessig. Man darf den Essig ruhig schmecken. Füge also nach Bedarf auch noch gern etwas mehr dazu.

5. Mit Salz abschmecken

Nun fehlt nur noch das Salz. Ich füge ca. 2-3 TL hinzu. Fang aber lieber mit weniger an und schmecke es nach deiner Vorliebe ab. Fertig!

Gelöffelt oder Getrunken?

Tja, das ist die große Frage. Meistens wird Gazpacho in einer tiefen Schüssel mit Löffel serviert. Auch nur dann schmeckt die klein geschnittene Gurke auf der Suppe so richtig. Kleiner Tipp: Wenn man gerade vom Feiern kommt und den Kater am nächsten Tag vermeiden möchte, dann nimmt man am besten mehrere Schlucke Gazpacho bevor man ins Bett geht. Und dafür braucht man ja nun wirklich keinen Löffel.

Wie kann man das Gazpacho aufbewahren und wie lange ist es haltbar?

Am besten lässt sich Gazpacho in einer Glasflasche oder einem Topf mit Deckel aufbewahren. Du solltest darauf achten, dass der Deckel kein Gummi enthält, das vom Essig angefressen werden könnte. So aufbewahrt hält sich Gazpacho problemlos für 4 bis 5 Tage im Kühlschrank. Frisch schmeckt es aber natürlich am besten.

Was passt gut zum Gazpacho?

Gazpacho ist die ideale Vorspeise, viel mehr als die Suppe selbst ist eigentlich nicht nötig. Solltest du dennoch was dazu reichen wollen, bieten sich kleine Kräcker an sowie klein geschnittene Gurke und Paprika, die über die Creme gegeben werden können. Meistens wird Gazpacho in Spanien zum Mittagessen gegessen, da der Essig für ein Abendessen zu schwer im Magen liegen soll. Ich hab es noch nicht abends serviert, probiere es mal aus.

Varianten des traditionellen Gazpacho

Gazpacho andaluz gibt es nur einen, aber Gazpacho gibt es viele. Da ist zum Beispiel der aus Kastilien-La Mancha, der mit dem aus Andalusien so gar nichts gemein hat. Er ist vielmehr ein Eintopf, der so alle möglichen Fleischsorten wie vom Kaninchen, der Wachtel und dem Hasen enthält. Oder es gibt ganz viele erfrischende, moderne Varianten, die statt mit Tomaten mit Wassermelone, Erdbeeren oder Kirschen zubereitet werden und in Spanien gerade voll im Trend liegen.

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