Wenn du in Valencia ankommst, dauert es nicht lange, bis die Stadt dich einnimmt. Vielleicht ist es ein Frühstück auf einer kleinen Plaza, während die Sonne langsam über den Dächern aufsteigt. Vielleicht der Moment, wenn du im Mercado Central zwischen Bergen von Orangen und frisch gefangenem Fisch stehst. Oder ein Abend im Barrio del Carmen, wo die Gassen voller Stimmen sind und die Mauern aussehen, als hätten sie schon alles gesehen.
In diesem Guide nehme ich dich mit: zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Valencias, aber auch zu den Orten, an denen man wirklich ins Leben der Stadt eintaucht. Ich zeige dir, wo du am besten übernachtest – vom Boutiquehotel in der Altstadt bis zum Strandhotel. Ich verrate dir, wo es die besten Tapas, das leckerste Eis und den schönsten Brunch gibt. Und natürlich geht es auch um die Gerichte, die Valencia geprägt haben: von der Paella im Naturpark Albufera bis zur eiskalten Horchata mit Fartons.
Valencia ist keine Stadt für ein „Pflichtprogramm“. Sie ist eine Stadt, die man sich erwandert, erschmeckt und erschaut. Und genau so möchte ich sie dir hier vorstellen.
Inhaltsverzeichnis
Eckdaten von Valencia
80.000 Einwohner
Seit 2024 Europäische Umwelthauptstadt, unter anderem wegen der autofreien Zonen und den über 175 Kilometern Radwegen.
Die Stadt liegt am Meer und lag einst am Fluss Turia, dessen Flussbett sich heute in einen Park verwandelt hat.
Drittgrößte Stadt Spaniens
Bekannt für das Fest der Fallas
Tipps und Infos für einen Urlaub in Valencia
Valencia ist überschaubar und entspannt. Viele Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen. Besonders schön: eine Radtour vom Zentrum bis ans Meer oder in den Naturpark Albufera, wo man in Booten durch die Reisfelder rudert und spektakuläre Sonnenuntergänge sieht.
Wo liegt Valencia?
Meine Hoteltipps für Valencia
Barracart Apartments
Im alten Fischerviertel Cabanyal, nur wenige Minuten vom Strand entfernt, liegen die Barracart Apartments. Familiengeführt, individuell eingerichtet und nachhaltig gedacht – hier fühlt man sich nicht wie ein Tourist, sondern wie ein Gast im Viertel. Jedes Apartment ist anders, charmant und persönlich.Finca Foyeta
Etwa eine halbe Stunde von Valencia entfernt, in den Bergen bei Jijona, liegt die Finca Foyeta – ein altes Natursteinhaus mit Blick bis zum Mittelmeer. Ohne WLAN, dafür mit eigenem Olivenöl, Pool und Sternenhimmel. Wer Ruhe sucht und wissen möchte, wie es sich anfühlt, wirklich rauszukommen, ist hier richtig.
Essen und Trinken in Valencia
Kulinarische Spezialitäten, die du in Valencia unbedingt probieren solltest
Paella Valenciana – die klassische Reispfanne mit Huhn, Kaninchen und grünen Bohnen, am besten im Naturpark Albufera.
Horchata – das erfrischende Nationalgetränk aus Erdmandeln, traditionell mit Fartons. Eine Institution ist die Horchatería Daniel.
Produkte aus der Huerta – die fruchtbare Ebene rund um Valencia liefert Orangen, Reis, Tomaten und Olivenöl von höchster Qualität.
Weine aus Les Terres dels Alforins – ein Tal westlich der Stadt, das für charakterstarke Weine bekannt ist.
Diese drei Restaurants sind einen Besuch wert
Manchmal braucht es keine hippen Konzepte, sondern nur Orte, die sich seit Jahrzehnten bewährt haben – und in denen man das Gefühl hat, willkommen zu sein.
Casa Montaña im Hafenviertel Cabanyal ist so ein Ort. Seit 1836 wird hier ausgeschenkt und gegessen. Dunkle Holzregale, schwere Weinfässer und Tapas, die so schmecken, wie sie sollen. Ein Stück Valencia, das man nicht erfinden könnte.
Wer lieber mitten in der Stadt bleibt, sollte ins La Pilareta gehen. Die Bar ist berühmt für ihre clóchinas, kleine valencianische Muscheln. Es ist eng, laut, voller Leben – und genau das macht den Reiz aus.
Und dann gibt es noch das El Forcat, ein Familienrestaurant, das seit Jahrzehnten Paella serviert. Kein großes Theater, keine gestylten Teller – nur der Duft von Safran, Kaninchen und Bohnen. Eine Erinnerung daran, dass die besten Mahlzeiten oft die einfachsten sind.
Die besten Tapas gibt es in Valencia hier
In der Taberna Zalamero solltest du unbedingt die Coca Valenciana kosten. Der herzhafte Teigfladen, belegt mit Gemüse oder Fisch, ist ein traditionelles Gericht, das in Valencia neu interpretiert wird – einfach, bodenständig und voller Geschmack.
Wer Lust auf etwas Typisch-Valencianisches hat, das man nicht überall findet, geht in die Alenar Bodega Mediterránea. Dort servieren sie den Esgarraet, einen Salat aus gegrillter Paprika, Stockfisch und gutem Olivenöl. Der Name bedeutet „zerreißen“ – so wie die Paprika und der Fisch von Hand in Stücke gezupft werden. Es schmeckt nach Meer, Sonne und ein bisschen nach Zuhause.
Und dann ist da noch die Casa Toni, wo man die Pataqueta Esmorzaret probieren kann. Dieses gefüllte Brötchen im Halbmondformat wurde 2023 als beste Tapa der gesamten Comunidad Valenciana ausgezeichnet. Außen knusprig, innen herzhaft belegt, ist es ein Beispiel dafür, was die Spanier am besten können: aus einfachen Zutaten etwas Besonderes entstehen lassen.
Das leckerste Eis der Stadt
Das beste Eis von Valencia gibt es praktischerweise gleich zweimal im Zentrum der Stadt. Unweit des Rathaus Platzes sowie direkt an der Kathedrale von Valencia befinden sich die Eiscafés Véneta, die seit 2006 am besten Eis des Landes feilen. Du wirst sie leicht erkennen: Ein riesiges Schild mit einer 1 – für die Nummer Eins des Landes, prangt vor jedem Laden. Aussuchen kannst du aus zig Eissorten. Das «Galleta de la Abuela» ist ein Muss!
Falls du am Hafen unterwegs bist, kannst du das Eis auch dort probieren. Und wenn du es verpasst haben solltest, aber demnächst nach Madrid kommst, dann probiere es dort.
Und wohin zum Brunchen?
- Wenn du gemütlich in den Tag starten willst, geh ins Dulce de Leche. Es ist ein entspanntes Café mit großem Kuchenbuffet, gutem Kaffee und kleinen Frühstücksgerichten, die nicht überkandidelt sind. Hier sitzen Studierende, junge Familien und Leute aus dem Viertel – genau richtig für einen späten Morgen ohne Hektik.
Bluebell Coffee – ein kleines Café im Ruzafa-Viertel, das guten Kaffee mit einfachen, frischen Frühstücksgerichten verbindet. Kein großes Spektakel, sondern ein Ort, an dem man in Ruhe sitzen und Leute beobachten kann. Übrigens wird der Kaffee von valencianischen Frauen geröstet.
La Más Bonita – direkt am Strand. Perfekt, wenn du dein Frühstück mit Meerblick kombinieren willst. Es gibt hausgemachte Kuchen, Säfte und herzhafte Teller. Ein bisschen voller, aber das Rauschen der Wellen macht alles wett.
Reiseführer für Valencia
10 Sehenswürdigkeiten in Valencia
Wenn du durch Valencia gehst, merkst du schnell: Hier liegen die Zeiten dicht beieinander. Du kannst morgens durch die Gassen des Barrio del Carmen schlendern, wo mittelalterliche Mauern noch Geschichten flüstern – und am Nachmittag vor den weißen, futuristischen Bauten der Ciudad de las Artes y las Ciencias stehen, die aussehen, als kämen sie aus einer anderen Welt.
Ich liebe diese Kontraste. Einen Kaffee trinken auf der Plaza de la Virgen, danach in den Mercado Central eintauchen, der mehr nach Alltag als nach Sehenswürdigkeit riecht – nach Orangen, Fisch und frischem Brot. Und dann wieder ein Ort, der fast verborgen liegt, wie die kleine Plaza Redonda, die man nur durch enge Gänge erreicht.
Valencia zeigt dir sein Gesicht in Schichten. Und das Schönste ist: Du musst nicht suchen, du stolperst von selbst hinein. Hier sind meine zehn Lieblingsorte, die dir die Stadt auf ihre ganz eigene Art näherbringen.
Plaza de la Virgen
Wenn es in Valencia ein Herzstück gibt, dann ist es die Plaza de la Virgen. Der Platz wirkt nicht spektakulär im klassischen Sinne – er ist keine gigantische Piazza, kein perfekt symmetrischer Bau. Und vielleicht genau deshalb fühlt er sich so lebendig an.
Tagsüber strahlt die Plaza Helligkeit und Weite aus. In der Mitte sprudelt der Fuente del Turia, ein Brunnen, der den Fluss als bärtigen Mann zeigt, umgeben von acht Frauenfiguren – sie stehen für die alten Bewässerungskanäle, die noch immer das Land rund um Valencia fruchtbar machen. Schon hier merkt man: Die Plaza erzählt Geschichten, wenn man hinhört.
Auf der einen Seite erhebt sich die Kathedrale von Valencia, deren Bauwerke Gotik, Romanik und Barock in sich vereinen – als hätte jede Epoche ihre Schicht hinterlassen. Gleich daneben die Basilika de la Virgen de los Desamparados, ein Heiligtum, das der Schutzpatronin der Stadt gewidmet ist. Und gegenüber der Palast der Generalitat, Sitz der Regionalregierung, ein Bau mit wuchtigen Steinmauern. Politik, Religion, Geschichte – alles auf ein paar Metern vereint.
Praktische Infos
Lage: Im Herzen der Altstadt, zwischen Kathedrale, Basilika und Palast der Generalitat.
Das Viertel Barrio del Carmen
Wenn man durch das Barrio del Carmen läuft, fühlt es sich an, als ob man in mehreren Jahrhunderten gleichzeitig unterwegs wäre. Zwischen den Mauern stehen noch Reste der alten Stadtbefestigung, die Araber bauten, als Valencia noch Balansiya hieß. Ein paar Straßen weiter prangt Graffiti von internationalen Street-Art-Künstlern auf Hauswänden, die halb verfallen, halb bewohnt wirken. Und dann wieder taucht man in enge Gassen ein, in denen kleine Bars den Abend mit Stimmen füllen.
Mich fasziniert, wie hier das Alte nicht museal wirkt, sondern einfach Teil des Alltags bleibt. Die gotischen Fassaden der Kirchen stehen Schulter an Schulter mit improvisierten Kunstprojekten, die man eher in Berlin erwarten würde. Wenn man genau hinschaut, entdeckt man in den Nischen der Häuser kleine Schreine, Figuren der Jungfrau Maria, die noch immer von den Nachbarn mit Blumen geschmückt werden.
Abends verwandelt sich das Viertel. Dann ist es fast unmöglich, nicht irgendwo hineinzutappen: ein winziger Jazzclub, eine Tapasbar, in der die Wände von oben bis unten mit Postkarten beklebt sind, oder eine Bodega, deren Wein fast günstiger ist als Wasser. Manchmal spielen Straßenmusiker auf der Plaza del Tossal, und es reicht, sich einfach dazuzusetzen, ein Bier in der Hand, und den Strom der Menschen zu beobachten.
Praktische Infos
Lage: Das Barrio del Carmen liegt im Herzen der Altstadt, nördlich der Kathedrale, zwischen den mittelalterlichen Stadttoren Torres de Serranos und Torres de Quart.
Wie hinkommen: Am besten zu Fuß – es gibt keine U-Bahn-Station direkt im Viertel. Von der Metrostation Colón oder Àngel Guimerà ist es ein kurzer Spaziergang.
Mein Tipp: Nicht nur die großen Plätze ansehen. Lass dich in die Seitenstraßen treiben, such nach den versteckten Murals und trink einen Kaffee in einem der winzigen Lokale, die in keinem Reiseführer stehen.
Ciudad de las Artes y las Ciencias
Es gibt Orte, die wirken, als seien sie gar nicht für unsere Zeit gebaut worden. Die Ciudad de las Artes y las Ciencias gehört dazu. Wenn man aus dem Turia-Park hierherkommt, steht man plötzlich vor einer Reihe weißer, organisch geschwungener Gebäude, die aussehen wie riesige Fischskelette, Muscheln oder Wale. Der Architekt Santiago Calatrava hat seiner Heimatstadt damit ein Wahrzeichen geschenkt – und eine Bühne, auf der Valencia zeigt, wie sehr es bereit ist, über sich hinauszuwachsen.
Drinnen gibt es gleich mehrere Welten zu entdecken: Das Oceanogràfic, das größte Aquarium Europas, in dem man plötzlich Auge in Auge mit Haien steht. Das Museo de las Ciencias, ein Mitmach-Museum, in dem Kinder genauso viel Spaß haben wie Erwachsene. Oder das Hemisfèric, ein Planetarium und 3D-Kino, das aussieht wie ein riesiges Augenlid.
Praktische Infos
Lage: Am östlichen Ende des Turia-Parks, gut mit dem Rad oder Bus erreichbar.
Eintritt: Die Anlagen außen sind frei zugänglich. Für die einzelnen Gebäude gibt es Kombitickets (z. B. Oceanogràfic + Museo de las Ciencias). Preise variieren, Erwachsene ca. 30–40 Euro, Kinder ermäßigt.
Öffnungszeiten: Täglich geöffnet, je nach Attraktion meist 10:00–18:00 Uhr (im Sommer länger).
Mein Tipp: Nicht alles an einem Tag durchhetzen. Am schönsten ist es, morgens oder abends einfach draußen zu sein und die Architektur in Ruhe auf sich wirken zu lassen.
La Lonja de la Seda
Manchmal sind es nicht die größten, sondern die stillsten Orte, die beeindrucken. Die Lonja de la Seda, Valencias alte Seidenbörse, ist so ein Ort. Betritt man die gotische Halle aus dem Jahr 1483, heben sich die Blicke automatisch nach oben: zu den filigranen Gewölben, getragen von Säulen, die aussehen wie Palmenstämme aus Stein.
Die Lonja war das Zentrum einer Stadt, die damals reich wurde durch den Handel mit Seide – Valencia war im 15. und 16. Jahrhundert eine der wichtigsten Handelsmetropolen Europas. Dass dieser Bau heute UNESCO-Weltkulturerbe ist, überrascht nicht: Er erzählt nicht nur von Architektur, sondern von der Bedeutung Valencias für die Weltwirtschaft seiner Zeit.
Hinter der großen Halle liegen kleinere Räume: die ehemalige Kapelle, in der die Händler vor Geschäften beteten, und der Patio de los Naranjos, ein stiller Innenhof mit Orangenbäumen, die im Frühjahr süß duften.
Praktische Infos
Lage: Direkt in der Altstadt, nur wenige Schritte vom Mercado Central entfernt.
Eintritt: Ca. 2 Euro, sonntags kostenlos.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10:00–19:00 Uhr, Sonntag und Montag bis 14:00 Uhr.
Mein Tipp: Früh am Vormittag kommen, wenn es noch leer ist. Dann hallt jeder Schritt, und man kann die Atmosphäre fast ungestört aufsaugen.
Der Mercado Central
Es gibt Märkte, die sind reine Verkaufsorte. Und es gibt den Mercado Central in Valencia – ein Bauwerk, das fast wie eine Kathedrale des Essens wirkt. Schon von außen zieht er die Blicke auf sich: Eisen und Glas im Jugendstil, eine große Kuppel, die mit bunten Kacheln geschmückt ist. Drinnen umfängt einen sofort der Geruch: reife Tomaten, frisch gebrühter Kaffee, salzige Meeresluft vom Fischstand.
Es ist ziemlich beeindruckend durch die Gänge zu schlendern. Über 1.000 Stände bieten alles an, was die Region hergibt: Orangen aus der Huerta de Valencia, Safran für die Paella, Olivenöl, das in der Sonne golden schimmert. Am Fischmarkt türmen sich Garnelen, Austern und Tintenfische – fangfrisch aus dem Mittelmeer. Wer Hunger hat, sollte unbedingt anhalten und sich ein kleines Bocadillo oder ein paar Tapas gönnen.
Im Mercado Central bist du plötzlich mitten im Alltag der Valencianer: ältere Damen mit Einkaufskörben, die genau wissen, welcher Händler die besten Tomaten hat, Business-Leute, die sich kurz an der Bar einen Kaffee runterstürzen, und Kinder, die neugierig nach den bunten Süßigkeiten greifen.
Praktische Infos
Lage: Direkt gegenüber der Lonja de la Seda in der Altstadt.
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag, 7:00–15:00 Uhr. Sonntags geschlossen.
Mein Tipp: Komm früh, wenn die Stände frisch aufgebaut sind. Und probiere unbedingt jamón ibérico oder eine frische Horchata to go.
Die Plaza Redonda de Valencia
Mitten in der Altstadt, nur wenige Schritte von der Kathedrale entfernt, liegt die Plaza Redonda. Von außen sieht man sie fast nicht – man geht durch einen schmalen Durchgang und steht plötzlich auf einem kreisrunden Platz, umgeben von kleinen Läden.
Die Plaza Redonda ist wie eine eigene kleine Welt. In den unteren Geschäften gibt es traditionelle Handwerkskunst, Spitze, Fächer, Stickereien. Früher verkauften hier Händler vor allem Fisch und Keramik. Heute ist es eher ein Ort, an dem man stöbern kann – nicht alles ist authentisch, aber die Atmosphäre ist einzigartig.
In der Mitte des Platzes plätschert ein kleiner Brunnen, Kinder spielen darum herum, und in den Cafés ringsum sitzen Leute bei Horchata oder einer Caña. Ich mag diesen Kontrast: Draußen tobt das Leben der Altstadt, drinnen ist es fast ruhig, abgeschirmt von den runden Mauern.
Praktische Infos
Lage: Südlich der Kathedrale, zwischen den Straßen Calle de la Tapinería und Calle de los Derechos.
Öffnungszeiten: Die Läden sind meist vormittags und nachmittags geöffnet, viele machen mittags Siesta. Cafés haben länger auf.
Mein Tipp: Am Sonntagvormittag wird die Plaza zum Treffpunkt für einen kleinen Flohmarkt. Dann lohnt sich ein Besuch besonders.
Der Palast Palacio del Marqués de Dos Aguas
Wenn man durch die Straßen der Altstadt geht, erwartet man nicht plötzlich so viel barocken Überschwang. Doch dann steht man vor dem Palacio del Marqués de Dos Aguas, und man bleibt unwillkürlich stehen. Die Fassade ist ein Feuerwerk aus Stuck, Figuren, Ornamenten – fast schon überladen. Es wirkt, als hätte jemand versucht, das 18. Jahrhundert in Stein zu gießen.
Der Palast gehörte einst einer der einflussreichsten Familien Valencias. Heute beherbergt er das Nationale Keramikmuseum. Und selbst wer sich nicht für Keramik interessiert, wird im Inneren staunen: reich verzierte Räume, Deckenmalereien, Möbelstücke, die Geschichten von einer anderen Zeit erzählen. Besonders eindrucksvoll ist die Kutsche im Erdgeschoss, ein Relikt des alten Adelslebens.
Für mich ist der Palacio ein Ort, der das Spannungsfeld von Valencia sichtbar macht: Auf der einen Seite die bäuerliche Region, in der Reis und Orangen das Leben bestimmten, auf der anderen Seite der Adel, der mit Kunst und Luxus prunkte.
Praktische Infos
Lage: Calle Poeta Querol 2, nahe der Calle Colón im Stadtzentrum.
Eintritt: Ca. 3 Euro, sonntags kostenlos.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10:00–14:00 Uhr und 16:00–20:00 Uhr, Sonntag 10:00–14:00 Uhr, montags geschlossen.
Mein Tipp: Schau dir unbedingt die Fassade am späten Nachmittag an, wenn das Sonnenlicht die Stuckarbeiten plastisch hervorhebt.
Der Nordbahnhof
Normalerweise sind Bahnhöfe Orte, die man so schnell wie möglich hinter sich lässt. In Valencia ist das anders. Die Estación del Norte, 1917 eröffnet, ist einer der schönsten Bahnhöfe Spaniens – ein Jugendstilbau, der fast mehr an ein Stadttheater erinnert als an einen Verkehrsknotenpunkt.
Schon die Fassade ist ein Fest: Mosaike mit Orangenblüten, Keramik in grün und gold, und oben prangt der Schriftzug “Ave María Purísima”, eine Erinnerung an die religiöse Tradition jener Zeit. Drinnen geht der Staunmoment weiter. Die Eingangshalle ist mit Holzvertäfelungen, Keramikfliesen und kunstvollen Glasfenstern geschmückt. Auf den Fliesen stehen landwirtschaftliche Szenen, die zeigen, was Valencia groß gemacht hat: Orangen, Reis, Wein.
Ich erwische mich jedes Mal dabei, wie ich länger bleibe, als ich eigentlich müsste. Während Züge abfahren und Menschen eilig über den Boden huschen, wirkt der Bahnhof selbst fast feierlich. Manchmal spielt ein Straßenmusiker, und plötzlich fühlt sich der Aufenthalt weniger nach Transit an, sondern wie ein Moment des Innehaltens.
Praktische Infos
Lage: Direkt neben der Plaza de Toros, südlich der Altstadt. U-Bahn-Station Xàtiva.
Öffnungszeiten: Der Bahnhof ist täglich geöffnet. Auch ohne Zugticket kann man die Haupthalle besuchen.
Mein Tipp: Heb den Blick! Viele übersehen die Deckenmalereien und Keramikmotive, weil sie nur den Zug im Kopf haben.
Das Museum der Fallas
Valencia versteht man nicht, wenn man die Fallas nicht kennt. Jedes Jahr im März verwandelt sich die Stadt in ein riesiges Fest: Straßenzüge voller Musik, Feuerwerk, und vor allem Figuren aus Pappmaché, teils mehrere Meter hoch, bunt, satirisch, manchmal bissig. Am Ende gehen fast alle in Flammen auf – ein Spektakel, das Hunderttausende anzieht.
Doch nicht jede Figur endet im Feuer. Jedes Jahr wird eine Skulptur vom Publikum „begnadigt“ – die sogenannte Ninot Indultat. Und genau diese Figuren kann man im Museo Fallero sehen. Das macht das Museum zu einem besonderen Ort: Es ist wie ein Archiv der Gefühle, Jahr für Jahr gesammelt. Manche Figuren sind humorvoll, andere politisch, einige rühren zu Tränen.
Beim Rundgang hat man fast das Gefühl, in ein Bilderbuch einzutauchen, das die Stadt über Jahrzehnte geschrieben hat. Von den 1930ern bis heute sieht man, wie sich die Themen verändern: vom Spott über Politiker bis hin zu Szenen aus dem Alltag.
Praktische Infos
Lage: Avenida de las Hermanas, im Süden der Stadt nahe der Ciudad de las Artes y las Ciencias.
Eintritt: Ca. 2 Euro, sehr günstig.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10:00–19:00 Uhr, Sonntag bis 14:00 Uhr, montags geschlossen.
Mein Tipp: Wenn du nicht im März zu den Fallas in Valencia bist, dann ist dieses Museum die beste Möglichkeit, das Fest wenigstens ein Stück weit mitzuerleben.
Der Hafen von Valencia
Der Puerto de Valencia ist einer der größten Mittelmeerhäfen – ein Ort, an dem riesige Containerbrücken über den Schiffen thronen und man die Dimensionen der globalen Handelswege spürt. Aber was den Hafen für Besucher spannend macht, liegt nicht in den Zahlen, sondern in den Kontrasten.
Ein paar Schritte weiter, im Bereich Marina de Valencia, sieht alles ganz anders aus: alte Docks, die zu Bars und Restaurants umgebaut wurden, Segelboote, die sanft im Wasser schaukeln, und breite Promenaden, auf denen man wunderbar spazieren kann. Spätestens seit dem America’s Cup 2007 hat sich der Hafen gewandelt – von einem reinen Arbeitsort zu einem Treffpunkt für Freizeit und Gastronomie.
Ich mag es, am frühen Abend hierherzukommen, wenn die Sonne langsam im Meer versinkt und die Terrassen sich füllen. Dann weht der Geruch von gegrilltem Fisch durch die Luft, während die Containerkräne in der Ferne wie riesige Skulpturen wirken.
Praktische Infos
Lage: Südöstlich der Innenstadt, mit dem Bus (Linie 4, 19 oder 32) oder mit dem Fahrrad gut erreichbar.
Öffnungszeiten: Die Marina ist frei zugänglich, Restaurants und Bars variieren.
Mein Tipp: Miete dir ein Fahrrad und fahr vom Turia-Park bis ans Wasser – so spürt man, wie nah die Stadt am Meer liegt
Mein Geheimtipp für Dich
Fahr mal raus nach Cabanyal. Das alte Fischerviertel wirkt manchmal schief und bröckelig, aber genau das macht es so charmant. Zwischen bunt gekachelten Häusern findest du kleine Bars, in denen das Essen günstig ist und die Leute dich behandeln, als würdest du dazugehören. Einfach treiben lassen, irgendwo reingehen – und Valencia zeigt dir seine ehrlichste Seite.
Das waren meine Tipps für Alcalá de Henares. Warst du schon mal in der UNESCO-Weltkulturerbestadt und hast weitere Tipps? Dann schreibe sie doch gern in einen Kommentar unter diesen Beitrag!

